20 Jahre sind eigentlich eine lange Zeit. Dies wurde uns erst so richtig bewusst, als wir die Aufgabe erhielten, diesen Bericht zu schreiben. Wie hat alles angefangen? Was ist so alles passiert in diesen 20 Jahren?? Erst als man anfing, alte Protokolle zu lesen und in alten Unterlagen zu stöbern, kam uns wieder so einiges in den Sinn. Gegründet wurde diese Guggenmusik im Jahre 1976 und zwar am 17. März in, wie es im Protokoll heisst, einer Hütte ob Siebnen. Leider entzieht es sich unserer Kenntnis, wieso dies in Siebnen geschah. Nichts desto Trotz sind wir eine Wädenswiler Guggenmusik. Die Gründungsmitglieder hiessen: Peter und Jolanda Burkhard, Karin Schatzmann, Jeanette Stähelin, Erwin Zehnder und Peter Siedler. Da alle diese Mitglieder in den Vorstand gewählt wurden, gaben sie sich sogleich die Aufgabe, einen Namen für diese neue Guggenmusik zu suchen. Bald darauf wurde der Name Trubadix, als Anlehnung an den immer falschspielenden Barden aus den Asterix-Geschichten, gefunden und einstimmig gewählt. Die erste Probe fand dann am 16. November 1976 um 20.00 Uhr in der Turnhalle Glärnisch statt. Das erste effektive Probelokal bekam die Trubadix am 6. Dezember 1976 und zwar war dies der Singsaal im Schulhaus Glärnisch. Na ja, für die paar wenigen Mitglieder brauchte es ja wirklich nicht gerade eine Turnhalle. Es war zwar gelungen via Inserat im AAZ noch einige Mitglieder zu finden, aber gegenüber dem heutigen Bestand, nahm sich die Besetzungsliste doch eher klein und unscheinbar aus. Es waren aber immerhin 1 Pauke, 1 Trompete, 1 Saxophon, 1 Posaune, 1 Cinelle, 1 Piccolo, 1 Schellenbaum und 2 Kasus an der Fasnacht 1977 anzutreffen. Laut den alten Protokollen, hat es allen Mitgliedern grossen Spass gemacht. Viele Fasnachtstermine konnten offensichtlich damals noch nicht wahrgenommen werden, denn in einem Protokoll hiess es, dass der erste öffentliche Fasnachtsauftritt an der Etzelböögete, unter einer Wollhaarperücke schwitzend, in Wädenswil stattfand. Im Jahre 1977 nahm man sich vor, Musikalisch und auch Vereinsmässig etwas zu unternehmen. Alsdann wird von einem Skiweekend gesprochen, welches im Januar stattfand und es wurden immerhin 25 Proben für das laufende Jahr angesagt. Weiter wurden auch sogenannte "Verhaltensrichtlinien für Guggenmitglieder erlassen, von denen wir glauben, dass es sich lohnt, dass sie hier abgedruckt werden.

 

1. Jedes Aktivmitglied hat die Proben und die Fasnachtsanlässe regelmässig zu besuchen.

2. Ein Aktivmitglied darf keinem anderen, in irgendeiner Form an der Fasnacht beteiligten Verein angehören.

3. Während der Dauer von Mitte Januar bis Mitte Februar sollten die Ferien so bezogen werden, dass dadurch die Fasnachtsanlässe nicht tangiert werden.

4. Jedes Aktivmitglied hat während der Fasnacht auf übermässigen Alkoholgenuss zu verzichten.

5. Verstösse gegen diese Richtlinien können zum Ausschluss aus der Guggenmusik führen.

 

Wir glauben, dass diese Richtlinien bei dem einen oder andere Verfasser heute ein Schmunzeln abringen werden. 1978 wurde wieder mit dem selben Kostüm Fasnacht gemacht, jedoch kann man im GV-Protokoll nachlesen, dass schon das erste Mal über Köpfe für die Umzüge gesprochen wurde. Leider wurde dieses Thema dann vertagt, weil man zu keiner Einigung kam. In diesem Jahr trat auch unser derzeitiger Präsident Hanspeter Gut als Aktivmitglied in die Trubadix ein. Und ebenfalls im 1978 ernannte unser Verein Fr. Dorli Manser zum ersten Ehrenmitglied. Die Fasnacht 1979 wurde ein bisschen länger und es gab diesmal neue Kostüme. Auch hierzu ein Ausschnitt aus einem Protokoll Jedem Mitglied wird von der Guggenmusik der Stoff zur Verfügung gestellt. (Schwarz, drei verschiedene Grün) und ein schwarzer Filzhut. Grundschnitt: Schwarzer Rock, mit den grünen Stoffen kann jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen. Wiederum wurde an der GV über die Umzüge und die dazugehörenden Köpfe gesprochen und wieder wurde dieses Thema vertagt. Erst im Jahre 1980 gelang es den Kopf-Befürwortern den endgültigen Sieg zu erringen und es wurde beschlossen, für die Fasnacht 1981 endlich Köpfe herzustellen. Für das Kostüm "Miss Helvetia" (....im Schlafrock, wie sie von den anderen Guggenmusiken genannt wurde) fertigten wir Köpfe an, welche man mit einem Hals aus Waschmitteltrommeln versah. Die Form für den Kopf erhielten wir durch aufgeblasene Ballons, welche wir mit viel Fischkleister und alten Zeitungen zudeckten. Es waren wirklich lustige Köpfe, schade nur, dass nicht alle die ganze Fasnacht überlebten. Immerhin fing die Fasnacht 81 für uns schon am 6. Januar mit dem Fackelumzug in Bäch an. Im Frühling feierten wir schon unser 5-jähriges bestehen mit einem Kinderfest am Nachmittag in der Freizeitanlage Wädenswil und am Abend mit einem Fest in der Hallenbadgarage für die Erwachsenen. Die Trubadix hat an diesem Tag weder Mühe noch Kosten gescheut und hat für die Kinder den Stefan Arpagaus (Geisse-Peter aus dem Heidi-Film) und für die Erwachsenen den Michel Villa engagiert. Ein Jahr später wollten wir es wissen und fuhren, in unserem neuen Kostüm mit Motto Waldhexen, welches wiederum in Braun und Grün gehalten war, nach Spreitenbach, um am Guggenmusikwettstreit teilzunehmen. Über die Platzierung möchte ich hier nichts schreiben, also kann sich jeder selber ausrechnen, wie gut wir abschnitten, denn hätten wir gewonnen, würde es bestimmt hier stehen. Na ja, eine Erfahrung war es auf jeden Fall. Immerhin waren wir schon 28 Aktivmitglieder und der Weltschmerz wurde dadurch etwas erträglicher. Ein Jahr später mussten wir noch einmal das selbe Kostüm anziehen, weil unsere Vereinskasse es nicht erlaubte, ein neues zu nähen. Immerhin hatten wir Geld genug, das alte Kostüm ein bisschen zu verzieren und dies taten wir mit Weihnachtsgirlanden. Dies wiederum trug dem Kostüm den Übernamen "Stoffreschtechristbaum" ein und als solches ist es auch in unseren Protokollen wieder anzutreffen. Welchen Namen dieses Kostüm ursprünglich hatte, kann man nirgends mehr nachlesen. Nach diesen Kostümen traf man die Trubadix eigentlich immer farbiger an der Fasnacht an. Zum Beispiel im 1984 als Käfer in einem schönen violetten Gewand oder im 1985, als wir einen Haute Couture-Entwurf wie von Christian Dior unser eigen nannten. Eben, alles in den damaligen Verhältnissen betrachtet. 1986, unserem 10er Jubiläum, trugen wir natürlich das Original Trubadix Kostüm und auch die dazugehörenden, schweren Köpfe. In diesem Jahr hatten wir auch noch einen aussergewöhnlichen Auftritt und zwar im Zirkus Knie. Einige von uns sind recht erschrocken, als wir aussen bereitstanden und ein Zirkusarbeiter sich einen Weg durch uns hindurch bahnte mit den Worten:" Wir müssen ein bisschen Platz haben, dass die Artisten aus der Manege raus können." Also machten wir ein bisschen Platz, welcher sich dann sofort vergrösserte, als die vermeintlichen Artisten kamen. Bei den Artisten handelte es sich eben um die Zirkuselefanten. Auch das Jahr 1987 war für uns mehreren Hinsichten ein Meilenstein auf dem Weg zur jetzigen Guggenmusik Trubadix. Das erste Mal hatten wir einen echten Tambourmajor der vor der Gugge stehend diese dirigierte. Und auch das erste Mal streckte die Trubadix ihre Fühler über die Schweizer Grenze hinaus. Wir fuhren nach Deutschland und zwar nach Tuttlingen und Spaichingen an die Fasnacht. Weiter wurde im 87 die erste offizielle Trubadix-Kassette aufgenommen und diese gelangte sogar in den Verkauf. Wir nahmen auch am "Wädi-Fäscht" teil in dem wir unser Grotto bei der Schmiedstube führten. Im 88 erfreuten wir uns und unser Publikum mit schönen blau-goldenen Kostümen. Unser Stammlokal wurde ins Rest. Rössli verlegt, wo wir auch jetzt noch immer jeweils Montags anzutreffen sind. Im Jahre 1989 wurde es mit Aktivmitgliedern ein bisschen eng, was uns dazu veranlasste via Radio 24 Mitglieder zu suchen. Gebracht hat es aber nicht allzuviel, es ist aber schön, den Namen Trubadix einmal am Radio gehört zu haben. 1990 ging es völlig zur Sache. Wir probten ein paar mal gemeinsam mit der Guggenmusik Frizzantinos von Horgen und hatten ein paar Auftritte zusammen. Es ist schon toll, mit ca. 70 Guggern gemeinsam auf einer Bühne zu stehen. Und dann.... wieder fuhren wir nach Deutschland aber diesmal nach Mainz. Es ist wirklich überwältigend, wie riesig, in allen Dimensionen, der Fasching dort ist. Vor so vielen Leuten haben wir noch nie gespielt. Beschreiben lässt es sich nicht. Es muss einfach einmal erlebt werden. Im 1991 mussten wir wieder unsere Kassen schonen. Aus diesem Grund fuhren wir in den Wald um ihn aufzuräumen und erhielten dadurch einen willkommenen Zustupf in die Guggenkasse. Im 1992 traf man uns zum ersten Mal an der Chilbi an, mit unserem fahrbaren Verkaufsstand. In diesem Jahr wurde auch unsere Guggen-Plakette durch die neu aufgekommen Pins ersetzt, welche auch das neue Trubadix-Logo einführten. Ein Jahr später gelustete es uns, in Deutschland wiederum eine grössere Stadt zu besuchen und so fuhren wir nach Köln. Der Rosenmontagsumzug ist noch länger als der von Mainz und gar nichts für Leute die nicht gerne wandern. Trotzdem war es ein völliger Erfolg. 1994 trugen wir unser Kostüm Eiszeit an die Fasnacht sowie im 1995 den Ali Baba und die 40 Räuber". Diese Kostüm erhielt dann von uns den Übernahmen " Adi Baba und die 41 Lieben", weil wir unserem neuen Spielleiter Adi Baumann so brav gehorchen. Und schon schreiben wir das Jahr 1996. Welches Kostüm wir diese Jahr tragen werden sie schon noch sehen oder haben es schon gesehen. Denn immer noch beginnt unsere Fasnacht am 6. Januar in Bäch mit dem Fackelumzug. Das Motto sei hier schon mal verraten. Wir sind als Gallier anzutreffen. Interessant ist auch, einmal die heutige Instrumental-Besetzung im Vergleich mit 1976 anzuschauen. Die eine Pauke ist auf vier angewachsen, bei den Trompeten hat es 8 Neue gegeben wie bei den Posaunen auch. Es spielt auch nicht mehr nur ein Saxophon sondern deren drei. Dafür wurde die Klarinette ersatzlos gestrichen. Dieses Schicksal erlitten auch das Piccolo, der Schellenbaum und die zwei Kasus. die eine Cinelle verzeichnet dafür 3-fachen Zuwachs. Neu dazu gekommen sind: 1 Bongo, 1 Horn,1 Schlagzeug, 1 Tambourmajor, 2 Frösche, 3 Lyra, 3 Sousaphon und 3 Trommeln. Der Verein Guggemusik Trubadix besteht heute aus 44 Aktivmitgliedern, 110 Passivmitgliedern und 8 Ehrenmitgliedern. Jetzt, da ich am Ende dieses Berichts angekommen bin, fällt mir immer mehr ein, was ich noch schreiben möchte. Doch leider habe ich keinen Platz mehr. Das beste ist doch, man lässt sich solche Geschichten einfach erzählen. Aber eines möchte ich hier nicht vergessen, unsere Wädenswiler Fasnacht. Egal ob wir nun in Mainz, in Mels, in Luzern, in Köln oder sonstwo unser "Ausser-Wädenswilerisches-Fasnachtswochenende" verbracht haben, für uns alle ist es doch zu Hause in Wädenswil am schönsten. Hier kennt man doch sein Publikum, hier trifft man Kameraden von anderen Fasnachtsvereinen, und aus diesem Grund, glaube ich gehört unser Dank auch Ihnen allen, denn ohne Euch wären wir sicher nicht 20-jährig geworden.

Waldi Waldvogel (damaliger Aktuar)